Modifikationen
Einige sinnvolle Modifikationen beim Gehäusebau :
Wichtig ist ein stabiles und schwingungsarmes Gehäuse. Bei kleinen Boxen hat sich 22 mm Spanplatte bewährt. Größere Gehäuse kann man entweder doppelwandig (mit Hohlraum) aufbauen und mit trockenem Sand füllen, oder man verleimt 2 Platten aufeinander. Die erste Variante ist ein großer Aufwand, den mancher scheut. Variante Nr. 2 bringt auch gute Ergebnisse und ist leichter zu realisieren.
Ein sehr gutes Material (leider etwas teurer) ist MDF-Platte. Sehr gute Resultate und gleichzeitig abgerundete Kanten erhält man mit sogenannten "Küchenarbeitsplatten", die es in den verschiedensten Farben zu kaufen gibt.
Vorteil :
Man hat runde Kanten vorn, ein sehr dichtes, schwingungsarmes Material und kann sich die Platten zuschneiden lassen. Bei Front- bzw. Rückplatte schneidet man halt die Rundung ab. Die Oberfläche der Box wird ohne Probleme sauber und schön.
Nachteil :
Der Verschnitt ist relativ groß und damit das Material entsprechend teuer. Jedoch entschädigt das Resultat !!!
Wichtig ist bei größeren Innenflächen eine ausreichende Versteifung. Dabei ist es von Vorteil, den Innenraum ungleichmäßig zu unterteilen. Vor allem der Mitteltöner sollte einen unregelmäßigen Innenraum zur Verfügung haben, das tut ihm hörbar gut. Man kann dies im Selbstbau vorher alles sehr schön planen.
Ein weiterer wichtiger Punkt wäre auch der luftdichte Abschluss der Innenräume, auch wenn konstruktionsbedingte Öffnungen vorhanden sind.
Die Bedämpfung ist auch ein heikles Thema. Eigentlich muss man zwischen Dämmung und Dämpfung unterscheiden. Die Dämmung der Wände kann mit speziellen Schaumstoffnoppenplatten (Fachhandel) oder mit Bitumenplatten erfolgen. Die Dämpfung erfolgt je nach Boxentyp gar nicht (Horn) /wenig(Reflexbox) /mehr(Geschlossene Box,Transmissionline). Als Material hat sich Schaf- und Dämmwolle (Fachhandel) und Polsterwatte bewährt. Keine Glaswolle !!!
Das Material sollte in etwa den Innenraum locker füllen. Im Zweifelsfall muss man wirklich etwas experimentieren, um das beste Ergebniszu erzielen !
Zum Aufbau eines Gehäuses wäre vielleicht noch anzufügen, dass die Schallwand möglichst schmal und ohne vorstehende Kanten gestaltet werden sollte (Reflexionen). Sie kann auch zusätzlich mit entsprechendem Material belegt werden.
Die Werbung macht oft glauben, dass man eine Frequenzweiche unheimlich verbessern kann, wenn die vorhandenen Bassspulen durch Superspulen mit extrem niedrigem Widerstand ausgetauscht werden. Tatsächlich sinkt dann die Bassleistung des Systems. Man kann also nicht einen Parameter ändern und glauben, dass dies viel brächte. In Wirklichkeit ist der gesamte Aufbau (Holz + Elektrik) ein einziges System, das nur dann optimal arbeitet, wenn alle Parameter aufeinander abgestimmt sind.
Damit möchte ich sagen, dass man im Selbstbau schon bei der Planung alle Parameter mit einfließen läßt. Nur so kann man z.B. niederohmige Spulen wirklich sinnvoll nutzen.
Zur Verkabelung verwendet man in der Box am besten Querschnitte von 2 * 6 /bzw. 8 mm^2. Als Verkabelung von der Anlage zur Box haben sich (preislich gut vertretbar) spezielle "Lappkabel" mit 6 * 2.5 /bzw. 8 * 2.5 mm^2 bewährt, die immer über Kreuz zusammengefasst sind. Sehr gut sind auch einige andere Kabel (s. Fachpresse), die jedoch meist ihren Preis haben. Für Anschlussbuchsen und sonstiges Material sollte gutes und auch mechanisch stabiles Material verwendet werden.
Für Standboxen gibt es zur Entkoppelung vom Boden sog. Spikes, die bestimmt nicht jedermanns Sache sind. Gute Ergebnisse erzielt man mit 4 Tennisbällen. Zur Sicherung gegen Wegrollen nimmt man Auspuffbefestigungsringe (Autowerkstatt / Zubehör) und legt sie zwischen Boxenboden und Tennisball.
Wichtig beim Zusammenstellen einer Lautsprecher-Kombination sind 3 Punkte:
- Die Lautsprecher sollten etwa den selben Schalldruck erzeugen
- Die Lautsprecher sollten ein ähnliches Abstrahlverhalten haben, weil es sonst u.U. erhebliche Probleme bei den Übergangsfrequenzen gibt
- Jeder Lautsprecher sollte einen ausgeglichenen Frequenzgang aufweisen und nur in einem Bereich eingesetzt werden, wo er tatsächlich linear abzustrahlen vermag.
So bekommt man am einfachsten ausgeglichene Übergänge und ausgeglichene Frequenzgänge.
So, jetzt vielleicht noch etwas Wichtiges !
Etwas Mut zur Lücke und Experimentierfreudigkeit haben bei mir (und nicht nur bei mir) mit zu den besten Ergebnissen geführt :-)