Raumresonanzen

Zwischen parallelen, also gegenüberliegenden Wänden entstehen Raumresonanzen. Durch das Zusammenwirken von direktem und indirektem Schall werden verschiedene Frequenzen verstärkt, andere abgeschwächt. Eine von einem Lautsprecher ausgehende Wellenfront wird an der gegenüberliegenden Wand reflektiert. Die Wand hinter der Box reflekiert den Schall ein zweites Mal, und diese Reflexion addiert sich nun zu der gerade vom Lautsprecher produzierten neuen Wellenfront. Eine hörbare Verstärkung ist die Folge.
Wenn man diesen Vorgang genauer betrachtet, muss man feststellen, dass solche Resonanzen zwischen sechs gegenüberliegenden Wänden auftreten. Besonders bemerkbar machen sich Resonanzen, wenn der Abstand zwischen den Wänden einer halben oder einer ganzen Wellenlänge entspricht. Sehr kritische Raumabmessungen wären dabei z.B. für Länge * Breite * Höhe etwa 5m * 5m * 2,5m. Sie führen zu stark ausgeprägten Resonanzen mit sehr welligem Frequenzgang und meist ziemlich miserablem Impulsverhalten. Räume mit nachgiebigen Wänden (Holz, Rigips ...) sind nicht ganz so kritisch wie Wände aus hartem Mauerwerk.

Wandlänge, -breite, -höhe

2 m
2,5 m
3 m
3,5 m
4 m
4,5 m
5 m
5,5 m
6 m
6,5 m
7 m
7,5 m
8 m
Kritische Resonanzen bei

170 Hz und 85 Hz
140 Hz und 70 Hz
115 Hz und 57 Hz
100 Hz und 50 Hz
85 Hz und 43 Hz
75 Hz und 38 Hz
70 Hz und 35 Hz
62 Hz und 31 Hz
57 Hz und 29 Hz
52 Hz und 26 Hz
50 Hz und 25 Hz
45 Hz und 23 Hz
43 Hz und 21 Hz

Zwischen den einzelnen Resonanzspitzen treten auch entsprechende Senken auf. Wie stark diese Spitzen im Frequenzgang ausgeprägt sind, hängt von verschiedenen Gegebenheiten ab.
- vom Raumvolumen
Je kleiner der Hörraum, desto geringer ist meist die Tiefbasswiedergabe.
- von den Wandabmessungen
Quadratische oder gar würfelähnliche Räume sind besonders kritisch, weil an allen Wänden die gleichen Resonanzen auftreten.
- von der Boxenaufstellung
Aufstellungen an der Wand und/oder auf dem Boden, ev. sogar in einer Ecke ergeben stark ausgeprägte Resonanzen im Bassbereich. Probleme gibt es oft in kleineren Räumen.
- von der Hörposition
Die Position des Hörers hat ähnliche Auswirkungen auf den Frequenzgang wie die Position der Boxen selbst. Je nach der Distanz zu Wänden ergeben sich verschiedene Frequenzgänge.
Wichtig ist, dass in der Praxis der Frequenzgang und die Impulswiedergabe im Bassbereich größtenteils mit von den akustischen Verhältnissen im Hörraum abhängt. Bereits ein Umstellen einer Box um 30 cm kann auf den Klang entscheidende Auswirkungen haben. Sie können größer sein, als manch andere gutgemeinte Maßnahme beim Bau einer Box (Kabelquerschnitt, Wandstärke ...).
Um möglichst Beeinträchtigungen im Impulsverhalten und im Frequenzverlauf zu vermeiden, müssen bei der Lautsprecheraufstellung unbedingt die räumlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Manchmal jedoch gibt es Fälle, wo man wirklich keine Möglichkeit zur "optimalen" Aufstellung findet. Obwohl natürlich noch andere Faktoren mitspielen, werden in vielen "Standardräumen" vor allem Probleme mit Resonanzen um 80 Hz auftreten (u.a. , wenn die Box in einer Ecke steht). Auch bei wirklich ungünstigen Fällen gibt es einige akzeptable Lösungsmöglichkeiten.

Schallabsorbierung

Zum Beispiel kann der Tieftöner der Box soz. "kopfstehend" betrieben werden. Vielleicht könnte auch ein kleines Podest helfen, das den Basstreiber etwas vom Boden wegbringt. Auch eine liegende Box kann ausgewogener klingen. Eine weitere Möglichkeit der Anpassung liegt im Aufstellungs abstand der Boxen zueinander. Der Frequenzbereich, dessen halbe Wellenlänge dem Abstand der beiden Tieftöner zueinander entspricht, wird nämlich erheblich abgeschwächt, da sie gegenphasig zueinander sind.
Schallschluckende Materialien an bestimmten Stellen im Raum verhelfen meist sehr wirkungsvoll zu besseren Klang. In nahezu quadratischen Räumen sollten Basslautsprecher möglichst 1 m über dem Boden sein. Der Abstand zueinander sollte der halben Raumlänge entsprechen, vor allem, wenn eine Box in einer Ecke steht (nie Eckhörner in quadr. Räume !).
Unterhalb von etwa 200 Hz ist die Ortbarkeit eingeschränkt. Manche nutzen dies aus und konstruieren für niedrige Frequenzen einen gemeinsamen Subwoofer, der zwischen die beiden "Mittelhochtonboxen" plaziert wird.