Material
Über ideale Materialen für das Lautsprechergehäuse ist viel diskutiert und geschrieben worden. Ganze "Glaubensrichtungen" haben sich über die Jahre hinweg entwickelt. Jedenfalls scheint festzustehen, dass es das einzig gute Material nicht zu geben scheint. Trotzdem gibt es bessere und schlechtere Materialien. Von den geeigneten Materialien möchte ich einige auch für den Anfänger zu bearbeitenden anführen:
Pressspan (versch. Ausführungen)
Dieses Material dürfte im Hobbybereich oft Verwendung finden. Es ist preisgünstig und wird auf Maß zugeschnitten gekauft. Jedoch sollte man beim Kauf auf ein hochverdichtetes Material achten (es gibt auch billigeren, bröseligeren Pressspan) und die Wandstärke sollte außer" bei sehr kleinen Boxen 19 mm nicht unterschreiten. Über etwa 50 l greift man besser zu mindestens 22 mm Stärke, bei sehr großen Boxen können auch 2 Platten mit je 19/22 mm zu doppelter Wandstärke verklebt werden. So erhält man ein relatisch schwingungsarmes Gehäuse.
Ein paar Nachteile müssen allerdings auch in Kauf genommen werden. Pressspan ist ziemlich schwer (für einen Fan kein Problem) und seine Oberfläche läßt sich leider ohne aufwendige Bearbeitung nicht perfekt gestalten. Dies erfordert bei ansprechenden Gehäusen sehr viel Feinarbeit und Geduld.
MDF - Platten
Dieses Material wird u.a. in Küchen als Arbeitsplatten verwendet. Es ist sehr stabil, pflegeleicht und es gibt viele verschiedene Oberflächengestaltungen bereits fertig. Vorteilhaft könnte auch die Abrundung der einen Kante sein, wenn man dies an der Front der Box wünscht. MDF-Platten können genau auf Maß geschnitten gekauft werden, wobei der Preis wesentlich höher liegt, als bei anderen Materialien. Dafür ist (fast) keine Oberflächenbehandlung nötig, eine Bearbeitung einfach, und die Materialeigenschaften könnten für ein Gehäuse nicht besser sein. Durch das inzwischen vielfältig angebotene Oberflächendesign ist diese Platte mit allererste Wahl.
Sperrholz
V.a. Birkensperrholz wurde auch von einer bekannten Firma zum Gehäusebau verwendet, weil es (in Verbindung mit Dachpappe) gute Dämmungseigenschaften aufweist. Als Materialstärke wurde ab 9 mm angegeben, wobei größere Gehäuse doppelwandig (s.u.) aufgebaut wurden.
Sperrholz ist ziemlich leicht, gut zu bearbeiten, aber teuer. Dünne Wände selbst bei kleineren Gehäusen haben mich persönlich bei" eigenen Versuchen nicht überzeugt ...
Normales Holz
Aus der Sicht der Oberflächengestaltung wäre dieses Material eigentlich gut geeignet, da sich fast jeder Wunsch erfüllen läßt. Holz arbeitet aber (schwindet, reißt etc.) und hat auch keine guten Dämmeigenschaften.
Ein ev. gangbarer Weg wäre ein Verkleben von Echtholz auf einem Spangehäuse. Vom Aufwand her gesehen bietet sich dann jedoch eine andere, einfachere Lösung an. Man nimmt furnierten Span, der meist fertig angeboten wird. Auch ein Selberfurnieren ist natürlich möglich.
Beton
V.a. Hörner wurden des öfteren mit diesem Material gegossen, wobei die verschiedensten Mischungsversuche auch mit anderen Materialien ausprobiert wurden. Sehr problematisch sind das Fertigen einer geeigneten Gussform und die "Zubereitung" des Materials zum Gießen. Ungeeignete Mischungen machen die Freude an der Box schnell wieder zunichte (Risse etc.).
Die Materialeigenschaften wären recht gut, trotzdem dürfte für viele eine Betonbox nicht in Frage kommen.
Metall
Auch dies wurde mit mehr oder weniger großem Erfolg ausprobiert. Wenn man einmal von den Schwierigkeiten bei der Bearbeitung absieht, gibt es noch einen nicht zu unterschätzenden Nachteil, nämlich einen Effekt ähnlich einer Glocke. Diese Schwingungen in den Griff zu bekommen ist bestimmt nur in wenigen Fällen möglich. Von diesem Material ist eigentlich nur abzuraten ...
Kunststoffe
In der Technik werden heute vielerlei verschiedene Kunststoffe eingesetzt, deren Materialeigenschaften regelrecht designt werden. Es gibt bestimmt einige geeignete Materialien für den Gehäusebau, wobei nur die Erfahrung von Kunststoffspezialisten oder einige Versuche weiterhelfen können. Ein Problem dabei dürfte die Beschaffung des richtigen Materials sein.
Doppelwandige Gehäuse
Um die Schalldämmung perfekt in den Griff zu bekommen, werden manchmal aufwendige, doppelwandige Gehäuse gebaut. Im Prinzip wird durch die Anordnung verschiedener Schichten ein Austreten des Schalls aus demGehäuse besser verhindert.
Man baut ein Außen- und ein kleineres Innengehäuse. Fixiert werden beide zunächst mit Abstandshaltern. Dann wird der Hohlraum aufgefüllt. Als Materialien zum Füllen bieten sich z.B. feiner (trockener !) Sand oder ein geeigneter Schaumstoff an. Für die Wände verwendet man Pressspan oder auch Sperrholz.